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Libellenbeobachtung am Rodder Maar

Ein Beitrag des NABU Ahrweiler zum „Insektensommer“

Zum Abschluss der Zähltage der Aktion „Insektensommer“ des Naturschutzbundes Deutschland e.V. organisierte der NABU-Kreisverband Ahrweiler e.V. eine Libellenführung am Rodder Maar. Bei strahlendem Sonnenschein trafen sich 20 interessierte Teilnehmer am Parkplatz vor dem „Neuen Maarhof“ um unter der Leitung des Libellenspezialisten und Dipl. Biologen Ulrich Haese heimische Libellen am Stillgewässer kennenzulernen. Es ging bei dieser Führung nicht nur darum die recht überschaubare Artenzahl abzuarbeiten, sondern vielmehr darum die teilweise sehr spezifischen Lebensräume und Verhaltensweisen zu beobachten. Schon auf dem relativ kleinen Areal des Rodder Maars gibt es unterschiedliche Habitate, in denen die angepassten Verhaltensweisen der verschiedenen Libellenarten studiert werden konnten.

 

 

 

An einem Kleingewässer mit relativ wenig Uferbewuchs und offenen Bodenstellen stellte Herr Haese einige Großlibellen aus der Familie der Segellibellen vor. Der Vierfleck (Libellula quadrimaculata) ist einer der Pionierarten, die neue angelegte Stillgewässer schnell besiedeln. Die agressive Revierverteidigung der Männchen und das häufige Absitzen auf einer erhöhten Sitzwarte war als typisches Verhalten dieser Art gut zu beobachten. Auch der Plattbauch (Libellula depressa), dessen Männchen schon von weitem an dem hellblauen breiten Abdomen zu erkennen sind, bevorzugt solch wenig bewachsene Stillgewässer. Auch diese Art legt ein ähnliches Verhalten wie der Vierfleck an den Tag. Der ebenfalls beobachtete große Blaupfeil (Orthetrum cancellatum) setzt sich dagegen gerne auf die sonnenbeschienenen sandiglehmigenvegetationslosen Uferstellen. Die Männchen dieser Art sind ebenfalls blau, haben jedoch ein schmaleres Abdomen mit abgedunkeltem Abdomenende

 

 

Aus der Familie der Edellibellen konnte die große Königslibelle (Anax imperator) an verschiedenen Stellen des Maars beobachtet werden. Mit 9 cm Körperlänge gehört sie zu den größten heimischen Libellenarten. Die Männchen erkennt man im Flug an dem leicht nach unten gebogenen Hinterleib. Auffällig war das Jagdverhalten in den Uferrandzonen; nach erfolgreicher Jagd setzten sich diese Großlibellen für sehr kurze Zeit in die tiefere Ufervegetation. Auf das auffällige Flugverhalten der Falkenlibelle (Cordulia aenea) konnte der Leiter der Exkursion mehrfach hinweisen. Die Männchen dieser Art patrouillieren unruhig an krautreichen Uferrändern um hin und wieder im Flug wie ein Kolibri stehenzubleiben. Ein Absitzen konnte nicht beobachtet werden.

 

 

Einige Arten der Kleinlibellen wurden bei der Beobachtung immer wieder aus der tieferen Ufervegetation aufgescheucht. Kennzeichen dieser Arten sind die zusammengeklappten Flügel in Ruhestellung. Hier machte Herr Haese auf die Unterschiede in den Habitatsansprüchen aufmerksam. So konnte das große Granatauge (Erythromma najas) sowohl bei der Paarung als auch in Ruhestellung nur auf den Teich- und Seerosenblättern beobachtet werden. Im Gegensatz zu anderen Kleinlibellen, hält sich das Große Granatauge vorwiegend auf der offenen Wasserfläche oder in der Schwimmblattvegetation auf. Die Art der Ufervegetation ist für diese Art weniger von Belang. Das Territorialverhalten der Männchen ist sehr ausgeprägt, selbst das Verjagen größerer Libellen konnte beobachtet werden.

 

 

Die an dem Tag häufigste gesichtete Kleinlibelle war die Hufeisen-Azurjungfer (Coenagrion puella) aus der Familie der Azurjungfern. Sie sitzt häufig in der tieferen Ufervegetation. Sowohl das Paarungsrad als auch die Tandemeiablage konnten an diesem Tag mehrfach gezeigt und erläutert werden. Durch die gemeinsame Eiablage verhindert das Männchen die Befruchtung des Weibchens durch einen Konkurrenten.

 

 

 

Insgesamt 9 Libellenarten wurden während der Exkursion von Herrn Haese in den typischen Habitaten vorgestellt. Für den „Insektensommer“ wurden am Ende der Exkursion innerhalb einer Stunde 17 unterschiedliche Insektenarten notiert.

 

In einer geselligen Runde zum Abschluss der Führung wurde noch einige Zeit über die Auswirkungen des Klimawandels im Hinblick auf die hydrophilen Lebensräume und deren Fauna diskutiert. Die positive Resonanz der Teilnehmer hat das gestiegene Interesse an der Insektenwelt bestätigt.

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