Schutzmaßnahmen Steinkauz

Der Steinkauz

Ein Steinkauz-Pärchen in einem Brutrevier im Kreis Ahrweiler (Foto: Andreas Sebald)
Ein Steinkauz-Pärchen in einem Brutrevier im Kreis Ahrweiler (Foto: Andreas Sebald)

Der Steinkauz (Athene noctua) ist eine kleine, kurzschwänzige Eule. Er erreicht eine Körpergröße von 21 – 23 cm, seine Flügelspannweite beträgt 53 – 58 cm.

 

Der bevorzugte Lebensraum des Steinkauzes ist ein offenes, reich strukturiertes Gelände mit einem ausreichend großen Angebot an Bruthöhlen, Tagesverstecken und Sitzwarten. Da er seine Beute, neben Kleinsäugern auch Regenwürmer, Insekten, Reptilien und Amphibien, am Boden jagt, ist er das ganze Jahr auf Flächen mit niedriger Vegetation angewiesen. So sind Streuobstwiesen, Parkanlagen, Friedhöfe und Wiesen mit häufigem Vieh- oder Pferdebesatz in Dorf- und Stadtnähe wichtige Biotope für die kleine Eule.

 

Die Balz der Steinkäuze beginnt im Februar mit typischen und weitzuhörenden Rufen. Ab Mitte April legt das Weibchen dann 3 - 5 reinweiße Eier, die 25 - 28 Tage bebrütet werden. In dieser Zeit versorgt das Männchen seine Partnerin mit Nahrung. Nach ca. 30 – 35 Tagen verlassen die Jungvögel das Nest und sind noch ca. eine Woche als flugunfähige Ästlinge in der Nähe der Bruthöhle zu beobachten. Erst nach weiteren 5 Wochen  verlassen die Jungen das elterliche Revier. Steinkauzpaare führen meist eine Dauerehe und bleiben auch dem gewählten Brutrevier nebst Bruthöhle ein Leben lang treu.

 

Neben dem Druck durch natürliche Feinde, wie große Eulenarten, Greifvögel, Hermelin, Mauswiesel und insbesondere Marder, haben die Steinkauzpopulationen hauptsächlich mit starken, menschgemachten Veränderungen ihrer Lebensräume zu kämpfen in deren Folge die Einstufung in die Kategorie 2 „stark gefährdet“ der Roten Liste Rheinland-Pfalz folgte.  So nimmt der Verlust von extensiver Grünlandwirtschaft mit kurzgehaltenen Strukturen dem Steinkauz angestammte Nahrungsflächen. Verringerung des Brutplatzangebots durch Rodung alter Obstbäume und die Renovierung oder der Neubau von landwirtschaftlichen Gebäuden tun ihr übriges. Nicht zu vergessen ist die Intensivierung der Landwirtschaft in den letzten Jahrzehnten – hier ist zum einen die Umwandlung von Grünland in Ackerflächen zu nennen, in deren Folge inzwischen immer mehr Monokulturen unsere Landschaft charakterisieren und zum anderen der häufige Einsatz von Pflanzenschutzmitteln aller Art, der wiederum in extrem kurzen Fruchtfolgen mit mangelnder Vielfalt der Feldfrüchte begründet ist und dem Steinkauz die Nahrungsgrundlagen entzieht.

 

Aktiver Steinkauzschutz in der Region

Der Steinkauzbestand wird momentan in Rheinland-Pfalz auf unter 300 Brutpaare geschätzt. Im Kreis Ahrweiler befinden sich momentan ca. 25 besetzte Reviere. Es handelt sich hierbei um die größte Population im nördlichen Rheinland-Pfalz. Der Hauptanteil der Reviere liegt im Bereich der Ahrauen vom Ortsteil Lohrsorf flussabwärts bis Sinzig. Hier finden sich noch Reste von alten Streuobstwiesen, die zum Teil auch noch mittels Viehhaltung bewirtschaftet werden. Weitere Reviere sind verstreut in den Gemarkungen der Gemeinden Sinzig, Bad Breisig, Brohltal und Grafschaft zu finden.

 

Ziel des NABU Ahrweiler ist es natürlich den Bestand an Steinkäuzen in angesprochen Gemeinden kurzfristig zu erhalten. Mittel- und langfristig soll unser Einsatz aber zu einer Bestandserholung und folglich zu einer stabilen Population führen!

 

Mitglieder des Kreisverbands Ahrweiler haben in den letzten Jahren in den verschiedenen Gemeinden ca. 40 Steinkauzröhren aufgehängt und intensiv betreut. Desweiteren wurden an unterschiedlichen Stellen im Kreisgebiet Streuobstwiesen angelegt oder durch das Pflanzen neuer Obstbäume erhalten.

 

Dass sich solche, über mehrere Jahre hinweg durchgeführte, intensive Schutzmaßnahmen für den Steinkauz lohnen, zeigte sich in den letzten Jahren:

  • In der Swistbachaue konnte der Steinkauz nach langem Fehlen mit drei Brutpaaren etabliert werden.
  • Im Bereich der Ortschaft Nierendorf war in 2017 an zwei Stellen der Steinkauz seit längerer Zeit wieder regelmäßig zu hören und auch zu beobachten. Ob es hier zu einer Brut kam, kann aber nicht gesichert gesagt werden.

 

Um die Entwicklung der Steinkauzpopulation im Kreis Ahrweiler zu dokumentieren, werden die Steinkäuze seit 2011 durch speziell geschulte Mitglieder des Kreisverbands beringt. Die Daten werden dann an den Landesverband in Mainz gesendet. Mit den Beringungsdaten können dann später Rückschlüsse zur Lebenserwartung, der Ortstreue, Verwandtschaftsverhältnissen oder Todesursachen gezogen werden. 

 


Vogelberingung

Um die Entwicklung der Steinkauzpopulation im Kreis Ahrweiler zu dokumentieren, beringen speziell geschulte Mitglieder des Kreisverbandes die bei uns nistenden Steinkäuze.

Sie möchten sich über die Beringung weiter informieren? Was können Sie tun, wenn Sie einen solchen Ring gefunden haben? Interessante Hintergründe finden Sie hier.

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Steinkauz-Niströhren im Eigenbau

Sie haben selbst Steinkäuze in ihrer Umgebung und möchten aktiv zu deren Schutz beitragen? Auf dieser Seite finden Sie eine Anleitung zum Bau einer Niströhre für Steinkäuze.

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