Das Naturschutzgebiet Swistbachaue

Die Aufteilung der Flächen im NSG Swistbachaue (Stand: 10/2017)
Die Aufteilung der Flächen im NSG Swistbachaue (Stand: 10/2017)

Die Swistbachaue ist ca. 20 km südlich von Bonn an der Grenze zwischen NRW und RLP gelegen. In den 80er Jahren konnten durch den Einsatz von NABU - Mitgliedern 28,5 ha des ursprünglich 70 ha großen Feuchtgebiets unter Schutz gestellt werden. Die in Naturschutz-Hand befindliche Fläche setzt sich zusammen aus (Stand Februar 2018):

  • 13,5 ha Land Rheinland-Pfalz,
  • 13 ha NABU
  • 1 ha Gemeinde Grafschaft sowie
  • 1 ha Pachtfläche.

Somit sind die Flächen auch außerhalb des Kernbereichs langfristig für den Naturschutz gesichert.

 

In den durch Obstbau und konventionelle Landwirtschaft intensiv genutzten Flächen der Gemarkung Eckendorf hat das Naturschutzgebiet regelrechten Inselcharakter. Es stellt inzwischen ein äußerst wichtiges Rückzugsgebiet für seltene Tiere und Pflanzen dar. Zudem hat es sich, begründet im Klimawandel mit seinen häufiger werdenden Starkregenereignissen, zu einer wichtigen Retentionsfläche für die nachfolgenden, am Swistbach gelegenen Städte u. Dörfer entwickelt.

 

Neben dem Swistbach, spielen im Laufe der Jahre angelegte Wasserflächen und Tümpel eine wichtige Rolle. 2006 konnten bei einer Begehung 26 Libellenarten festgestellt werden. Davon sind 15 Arten als „Gefährdet“ in der Roten Liste RLP eingestuft. Ebenfalls eine Vielzahl von Amphibien und Reptilien profitieren von den Wasserflächen und vernässten Wiesen. Ringelnatter, Bergmolch, Erdkröte, aber auch Salamander und Gelbbauchunke sind im Gebiet zu Hause.

 

Für unsere Vogelwelt hat das Naturschutzgebiet Swistbachaue als Rast- und Brutgebiet herausragenden Charakter. Durch seine Lage in einem wichtigen Vogelzugkorridor können auch immer wieder seltene Arten wie Blaukehlchen, Doppelschnepfe, Knäkente, Sumpfohreule oder Waldwasserläufer gesichtet werden. Regelmäßige Brutvögel im Gebiet sind zum Beispiel Schwarz- und Braunkehlchen, Steinkauz, Rohrammer, Gelbspötter, Turteltaube und Eisvogel.

 

Die Pflege der Flächen übernimmt in Absprache mit dem Kreisverband ein ortsansässiger Landwirt. Nach der Saison der Bodenbrüter werden die Flächen gemäht und als Heu für die Fütterung im Milchviehbetrieb verwendet. Schlecht befahrbare Flächen werden zum einen zusätzlich mit Rindern und zum anderen  durch mehrere Koniks beweidet. Es handelt sich hierbei um eine sehr robuste und genügsame Pferderasse.

 

Die extensive Nutzung und das Düngungsverbot im Naturschutzgebiet macht sich inzwischen auch in der Vielfalt der Pflanzenwelt bemerkbar. Kuckuckslichtnelke, Wiesenschaumkraut und Sumpfdotterblumen blühen wieder in großen Beständen. Aber auch seltenere Arten wie der Große Wiesenknopf, die Nadelsimse, die Breitblättrige Stendelwurz und das Übersehene Knabenkraut sind im Gebiet zu finden.

 

Wenn Sie neugierig geworden sind und mehr über die Swistbachaue erfahren wollen, sollten Sie an unserer jährlichen Exkursion durch das Naturschutzgebiet teilnehmen. Den genauen Termin entnehmen Sie bitte unserem Jahresprogramm. Dieses finden Sie auf der rechten Seite, unterhalb der Termine.

 

Falls Sie Interesse am praktischen Schutz und verschiedenen Pflegeeinsätzen im Gebiet haben, treten Sie einfach mit uns in Kontakt.